Familie Wesenick

Wie lange lebt ihr schon im Inselviertel?
Wir haben das Haus 2002 gekauft, als unser erste Sohn geboren wurde. Im Laufe der Jahre haben wir das Haus dann nach und nach renoviert und umgestaltet und freuen über ein schönes Haus zum wohnen und arbeiten.. 

Was macht das Inselviertel für euch aus, was gefällt euch am Inselviertel?
Im Inselviertel haben wir über die Jahre viele nette Nachbarn, Freunde und Bekannte kennen gelernt und fühlen uns in der Nachbarschaft sehr wohl. Unser Haus liegt sehr stadtnah und zentral und man kann alles mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigen. Petra kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit gehen. Für weitere Reisen mit dem Auto kommt man auch schnell in alle Richtungen weg, mit dem Zug ist es etwas schwieriger, bis man eine größere und schnellere Hauptstrecke erreicht hat. Was in den jüngeren Wohnvierteln der Stadt die Regenrückhaltebecken und die Fuß- und Radwege sind, die einen großen Teil der Stimmung ausmacht, wird im Inselviertel oft durch die großen Gärten erreicht.

Was gefällt euch nicht/was hättet ihr gerne anders?
Wir machen uns im Moment große Sorgen, weil viele Veränderungen anstehen und sich alle viele Gedanken um die Zukunft machen. Die alten Häuser, die frei werden, verbindet man sehr oft mit den alten Besitzern – und wenn die wüßten,… Wir würden uns freuen, wenn das Inselviertel auch in Zukunft ein Stadtviertel mit viel Lebensqualität und so vielen netten Menschen aus allen Altersschichten und Gesellschaftsgruppen bleibt.

Wie hättet ihr gern – angesichts drohender Verdichtungen – die Weiterentwicklung des Viertels?
Wir würden uns eine Verdichtung mit Augenmaß wünschen und Investoren, die mit ihrem vielen Kapital nicht nur das letzte Promille Rendite rauszuquetschen versuchen, sondern auch einen Blick für Schönheit und Ästhetik entwickeln – und Häuser bauen, die sich in das Umfeld einpassen und nicht nur alles bauen, was sich durch die vielen kleinen Fußnoten und „Hintertürchen“ in den Richtlinien und Gesetzen ermöglichen lässt. Wenn man da mal gute Architekten ranlassen würde…. Und wir würden uns von den Verantwortlichen der Stadt mehr Mut wünschen, sich um die Anliegen der Bürger zu kümmern. Wir bezweifeln den Mehrwert und Nutzen so einer Stadtentwicklung für unsere Gesellschaft.

Und wir würden uns viel Mut wünschen, um vielleicht mal einen Blick nach vorne zu wenden, mal „über den Tellerrand zu schauen“, wie es andere Kommunen machen und mit dem Inselviertel etwas Neues wagen: Wohnen der Zukunft (nichts zupflastern, begrünte Dächer, gesundes Wohnen), nachhaltige Häuser (mit erneuerbaren Energien, vielleicht eine Unterstützung beim Renovieren alter Häuser, Familienförderung), vertretbare Mobilität (einen schnellen Radweg in die Stadt, Lademöglichkeiten für E-Autos im Viertel, vielleicht noch ein paar Kleinbushaltestellen zu den Einkaufsmöglichkeiten im Stadtgebiet, eine kontrollierter Verkehr mit Einbahnstrassen und keinen „mittleren Ring“ am Rennplatz, wie von einem Ratsmitglied vorgetragen), Zusammenleben der Generationen und nicht Wachstum um jeden Preis. Und, und, und…