Gertrud und Bernd Diekmann
Wie lange lebt ihr schon im Inselviertel?
Bernds Eltern haben im Jahre 1964 in der Juiststrasse gebaut und sind im gleichen Jahr eingezogen. Es war somit eines der ersten Häuser im Inselviertel. Seit dem Jahre 1978 bewohnen wir das Haus.
Was macht das Inselviertel für euch aus, was gefällt euch am Inselviertel?
Von Anfang an herrschte im Inselviertel ein großer Zusammenhalt. Erinnert sei nur an die jährlichen stattgefundenen Veranstaltungen:
- Inselfest
- Inselolympiade für Kinder
- Hausbesuche des Nikolaus
- Bummellaternenumzug
Hier wurde gutes Miteinander gepflegt. Noch heute gibt es z.B. in der Juiststrasse am Ende der Sommerferien ein Strassenfest und am Tag vor Heilig Abend das „Weihnachteneinläuten“. Außerdem finden wir die Nähe zur Stadt sehr vorteilhaft, sowohl für ältere Bewohner, die Banken, Ärzte und Geschäfte der Grundversorgung gut erreichen können, als auch für junge Familien, für die ein Kindergarten, eine Grundschule, weiterführende Schulen, aber auch Sportstätten in zumutbarer Entfernung vorhanden sind.
Was gefällt euch nicht/was hättet ihr gerne anders?Durch den Bau wenig durchdachter, einfallsloser Wohnblocks(quadratisch /praktisch/ nicht gut) wird die Anonymisierung des Viertels gefördert. Immer mehr Gärten und Grünanlagen verschwinden zugunsten von Wohnblocks. Die Versiegelung des Bodens nimmt zu. Hohe Gebote für alte Häuser und Grundstücke von Investoren (z.T. ortsfremd) verhindern, dass junge Familien ein Haus im Inselviertel kaufen können. Damit wird das lange erfolgreiche Modell des Zusammenlebens von jung und alt aufs Spiel gesetzt und letztendlich zerstört.
Wie hättet Ihr gern – angesichts drohender Verdichtungen – die Weiterentwicklung des Viertels?
Einen sehr persönlichen Wunsch möchten wir als erstes nennen. Wir möchten, dass die gesamte Juiststrasse bautechnisch in WA 1 eingestuft wird, und dass nicht- wie in der Planung vorgesehen-eine Teilung der Strasse erfolgt. (nördlich WA 1/südlich WA 2).
Wir stehen einer Verdichtung nicht fundamental entgegen, wünschen uns aber eine Verdichtung mit Augenmaß. So sollten sich z.B. neue Häuser in das Gesamtbild einer Straße einfügen ( z.B die Höhe der Häuser), um den alten Häusern nicht gänzlich das Licht zu nehmen. Im Inselviertel sind einige abschreckende Beispiele zu besichtigen. In der Juiststraße stehen nur EFH. Da passen Wohnblocks nicht, wohl aber vielleicht Doppelhaushälften. Rat und Verwaltung sollten die Anliegen der Bewohner ernst nehmen, sie in die Planungen mit einbeziehen und gute Vorschläge mit in die letztlich von ihnen zu verantwortende Entscheidung aufnehmen. Begriffe wie „Wohnraumnot“, „sozialer Wohnungsbau“ oder „Verständnis für Investoren“ sollten nicht als „Totschlagargumente“ verwendet werden und einer verantwortungsvoll geführten Diskussion im Wege stehen.
